Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
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Gehen die Kühe im Sommer gerne von der Weide zum Melken in den Stall?

Kühe werden auf vielen Höfen zweimal täglich zum Melken von der Weide geholt. Geht es den Kühen wohl gut dabei?

Wissenswertes ...

Auch der Bauer würde am Sonntag mal gerne ausschlafen. Aber seine Kühe haben auch in der Samstagnacht Milch produziert. So geht der Wecker für den Melker oder die Melkerin das ganze Jahr früh am Morgen. Es ist wichtig, dass Kühe sehr regelmäßig gemolken werden, damit den Tieren zu volle Euter und unangenehme Druckgefühle im vollen Euter erspart bleiben. Viele Kühe machen sich zur Melkzeit daher auch schon selbst auf den Weg Richtung Melkstand.

Jede Kuh wird zunächst mit der Hand vorgemolken und damit der Impuls zum "Milch geben" gesetzt. Die Kuh produziert durch das Anfassen das Hormon Oxytocin und die Milch "schießt ein". Außerdem erfolgt beim Vormelken eine Sichtkontrolle, ob die Milch in einwandfreiem Zustand ist oder auf Besonderheiten hinweisen könnte. Nach dem Vormelken wird das Euter gereinigt und 4 Melkbecher von der Melkmaschine an die Zitzen gehängt. Das viele Anfassen und Reinigen ist für die Kuh angenehm. Es ist wie eine Massage für das Euter. Wenn ein Kalb bei der Kuh am Euter trinken würde, würde das Kalb das Euter auch berühren und bewegen. Nun steht die Kuh ganz still bis die ganze Milch, das sind zwischen 15 und 25 Liter, herausgemolken ist. Auch das ist natürlich, weil die Kuh das Kalb trinken lassen würde bis es aufhört damit. Das Euter muss leer sein, das ist am gesündesten für die Kuh.

Die Milch wird mit einer Melkmaschine sehr hygienisch gewonnen, da sie direkt von der Kuh in den Milchtank fließt. Dort wird sie sofort heruntergekühlt. Da die Milch sehr energiereich ist und die Körpertemperatur der Kuh hat, ist das erste wertvolle Produkt, dass nach dem Melken gewonnen wird: heißes Wasser! Viele Bauern haben eine Wärmerückgewinnung an die Milchkühlung gekoppelt und können so die Energie der Kühe bei jedem Melkvorgang doppelt gut und ressourcenschonend nutzen.

Nach dem Melken werden die Zitzen in ein flüssiges Dipmittel getaucht oder damit besprüht. So wird die Haut am Euter gepflegt und der Milchkanal (der Kanal durch den die Milch aus den Zitzen heraus fließt) geschützt. Nach dem Melken, wenn die Kühe wieder im Kuhstall sind, legen sie sich gerne hin. Wenn sie mit dem Ausruhen fertig sind, gehen sie zum Fressplatz und schauen, ob ihnen der Bauer etwas Leckeres hingelegt hat. Wenn sie satt sind, spazieren sie wieder heraus auf die Weide. Und hier wechseln sie ab zwischen Fressen, Ausruhen und Wasser trinken.

Am späten Nachmittag werden sie wieder zum Melken hereingeholt und der Kreislauf beginnt von neuem.

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