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Löwenzahn

Der Löwenzahn ist eine heute weltweit verbreitete Pflanze. Vermutlich stammt die vor allem auf nährstoffreichen Wiesen anzutreffende Pflanze aus Zentralasien und hat sich von dort in Richtung Europa ausgebreitet.
Der Löwenzahn, auch Kuhblume, Butterblume oder Pusteblume genannt, ist eine der häufigsten und bekanntesten Pflanzen. Er kommt praktisch in allen Zonen mit gemäßigtem Klima vor. Er ist besonders anpassungsfähig und anspruchslos. Auf frisch gemähten Wiesen wächst der Löwenzahn als erstes wieder hervor und hat dadurch einen enormen Verbreitungsvorteil. Er kommt vor allem auf stickstoffreichen Böden vor und liebt sonnige und helle Plätze wie Wiesen- und Ackerränder. Besonders im Frühjahr sind ganze Wiesen voller Löwenzahn zu sehen. Einzelne Pflanzen blühen bis in den Herbst hinein.

Der an Bitterstoffen reiche Löwenzahn ist seit langem ein anerkanntes Heilkraut. In der Küche lassen sich mit Löwenzahn viele leckere Gerichte zubereiten. Im zeitigen Frühjahr reckt er seine gezackten länglichen Blätter in einer Rosette aus dem Erdreich. Daraus wächst ein runder hohler Stängel, der bis zu 30 cm hoch wird. Dieser Stängel enthält einen weißen Saft. Schon bald sprießen auf diesen Stängel leuchtend gelbe Korbblüten, die die Wiesen in das herrliche Gelb des Frühlings tauchen. Nach kurzer Zeit entwickeln sich diese Blüten zu den bekannten runden Pusteblumen, die Kinder so gerne über die Wiesen blasen. An jedem der kleinen Schirme hängt ein Samen für eine neue Löwenzahnpflanze.

Einkaufstipps

Aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Löwenzahns als Küchenkraut sowie als alternatives Heilmittel, gibt es im Handel mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte. Neben frischen Löwenzahnblättern sind in einigen Gartencentern und Märkten auch frische Löwenzahnpflanzen erhältlich. Beim Kauf sollte zwingend auf die botanische Bezeichnung "Taraxacum" geachtet werden. Einige namhafte Hersteller von Saatgut bieten mittlerweile auch Samen für Kultur-Löwenzahn an. Davon sind u. a. auch Sorten verfügbar, die direkt für den Einsatz in der Küche gezüchtet wurden und einen etwas geringeren Anteil an Bitterstoffen enthalten. Für heilkundliche Anwendungen können getrocknete Löwenzahnblätter gekauft werden, die sich u. a. für Löwenzahntee, Aufgüsse oder Wickel eignen. Es gibt Produkte, die sowohl die getrockneten Blätter als auch Wurzeln des Löwenzahns beinhalten. In einigen Kräuterteesorten sind Löwenzahnblüten beigemischt. Für den schnellen Teegenuss erhält man auch reinen Löwenzahntee im Aufgussbeutel.

Lagertipps

Löwenzahnblüten sollten stets gut getrocknet, luftdicht und aromadicht verpackt sein, um eine größtmögliche Qualität zu erhalten.

Küchentipps

Löwenzahn ist nicht nur bei Wildkräuterliebhabern sehr beliebt. Es gibt sehr viele Verwendungsmöglichkeiten, die eine regelrechte Bereicherung für die Küche darstellen. Der Löwenzahn kann sowohl als Gemüse, als Grundlage für Pesto, zur Verarbeitung von Gelee und zur Herstellung von Tinkturen verwendet werden.
Vom Löwenzahn lassen sich sowohl die Blätter, die Blüten, als auch die Wurzeln verwerten, wobei meistens ein besonderes Augenmerk auf die Blätter gelegt wird. Der Geschmack des Löwenzahns, besonders der älteren Blätter, ist bitter. Aufgrund der enthaltenden Bitterstoffe schmeckt er leicht herb mit einer interessanten würzigen Note. In der Küche hat der Löwenzahn vor allem im Frühling seinen Platz. Die zarten jungen Blätter ergeben feingeschnitten einen schmackhaften, jedoch herben Salat.

In manchen Gerichten stören die Bitterstoffe. Je nach Sorte und Saison kann der Gehalt an Bitterstoffen so hoch sein, dass er jeden anderen Geschmack überlagert oder einfach nur unangenehm ist. Das lässt sich vermeiden, indem man die frischen Blätter vor der Zubereitung ein bis zwei Stunden in kaltes Wasser legt. Oder man mischt den Löwenzahn mit anderen Wildkräutern oder Salaten. Besonders lecker sind die Blätter in Verbindung mit Walnüssen, Pinienkernen oder Haselnüssen, wenn diese kurz vorher angebraten wurden. Schmackhaft sind frisch geerntete, saftig grüne Blättchen im Salat auch mit einem Dressing aus Walnussöl und Rotweinessig.

Mit einem Balsamico und in Verbindung mit weiteren aromatischen Kräutern wie Basilikum, Zitronenmelisse oder Thymian lassen sich interessante Geschmacksvarianten erzielen. Beliebte Partner im Salat sind Kartoffeln, Äpfel und geröstetes Brot. Löwenzahn schmeckt aber auch mit Cherrytomaten oder gehaltvolleren Zutaten wie Linsen, Käsestreifen und gekochtem Ei. Auch ein Schuss Sahne oder etwas Schmand im Dressing harmonisiert das Aroma.

Eine weitere Verwendung für Löwenzahn ist die Herstellung eines Wildkräuterpestos. Frische Löwenzahnblätter werden zusammen mit Pinienkernen (alternativ auch Walnüssen) und einem gutem Öl in einem Mörser zerdrückt und schließlich mit Pecorino-Käse und etwas Salz zusammen verrührt.
Gelegentlich werden aus Löwenzahnwurzeln auch Liköre gemacht.
Relativ unbekannt, aber ein geschmackliches Highlight, ist die Zubereitung von Löwenzahn-Fruchtaufstrich oder Löwenzahngelee aus den gelben Löwenzahnblüten. Hierfür werden lediglich ein paar Handvoll Blüten, eine Zitrone oder Limette, Wasser sowie Gelierzucker benötigt. Aus den Blüten lässt sich außerdem relativ problemlos ein Löwenzahnsirup herstellen, der sich prima zum Süßen von Getränken oder pur eignet.

Ernährungstipps

Löwenzahn überzeugt vor allem durch seinen hohen Gehalt an Vitamin C und D sowie an Kalium. Die Blätter des Löwenzahns enthalten sehr viel Provitamin A, aber auch die Vitamine B und C. Seine wichtigsten Wirkstoffe sind jedoch die Bitterstoffe. Sie regen die Verdauung an. Daher ist Löwenzahn in der Naturheilkunde sehr beliebt. Dort werden die Blätter gerne als Tee zubereitet.

Hofschatztipps

Löwenzahnblüten haben sich vor allem dank ihrer leuchtend gelben Farbe eine Nische erobert: Sie kommen als Dekoration auf Vorspeisen und Salaten zum Einsatz oder werden mit Zucker und Wasser zu Sirup, Gelee oder süßem Fruchtaufstrich verarbeitet.
Seltener Verwendung finden die Löwenzahnwurzeln, die beispielsweise in Krisen- oder Kriegszeiten als Kaffeeersatz Verwendung fanden. Geschmacklich ähnelt der Ersatzkaffee aus Löwenzahn in etwa Zichorienkaffee, welcher aus der Zichorie-Wurzel hergestellt wird. Dazu werden Löwenzahnwurzeln klein gewürfelt und getrocknet. In einer Pfanne oder auf dem Backblech werden sie vorsichtig unter Umrühren geröstet und anschließend in einer Kaffeemühle fein gemahlen. Man nimmt auf eine Tasse Wasser 1 TL dieses Pulver und kocht es kurz auf. Nur kurz ziehen lassen. Am besten schmeckt der Kaffee mit Milch, Zimt und Honig.
Aus den Blüten des Löwenzahns kann man eine Blütenessenz zubereiten, die der Muskelentspannung dient.

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