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Mirabellen

Mirabellen

Mirabellen, die auch als gelbe Zwetschgen bezeichnet werden, bilden eine Unterart der Pflaume.
Die süßen Früchte haben hierzulande zwischen Juli und September Saison. Die kirschgroßen, runden Früchte sind gelb bis goldgelb. Die Seite, die viel Sonne abbekommen hat, ist rot gepunktet. Ihr Fruchtfleisch ist fest, grüngelb bis orangegelb und löst sich leicht vom eiförmigen Kern.
Mirabellen schmecken besonders aromatisch süß bis süß-säuerlich. Das aromatische Fruchtfleisch ist ideal zum Kochen und Backen.
Fast 90 Prozent der angebotenen Mirabellen kommen aus heimischem Anbau. Die größten Anbaugebiete für Mirabellen liegen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern.

Mirabellen
Die Erntezeit der Mirabellen beginnt meistens Mitte August. Dann kann man frische Mirabellen in zahlreichen Hofläden der Obstbauern und auf Wochenmärkten kaufen. Seltener erhält man sie in Supermärkten.
Reife Mirabellen sind orange-gelb gefärbt. Sie sollten am besten sofort nach dem Einkauf verzehrt oder verarbeitet werden. Sie schmecken feinwürzig, süß und herrlich erfrischend.
Mirabellen werden eher selten als Konserve oder in Gläsern angeboten, ebenso auch nicht tiefgefroren.
Mirabellen gehören zu den leicht verderblichen Obstsorten und sollten daher kühl und unter hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden.
Im Kühlschrank, eingepackt in einen Folienbeutel, lassen sie sich 2 - 3 Tage gut lagern.
Mirabellen lassen sich auch einfrieren. Die Früchte werden dafür entsteint, auf ein Backblech verteilt und für eine Stunde in der Gefriertruhe angefroren - so frieren sie nicht in großen Stücken zusammen - anschließend werden sie in Gefrierbeutel oder Dosen ins Gefrierfach gegeben. So halten sich Mirabellen ca. ein halbes Jahr ohne an Qualität einzubüßen.
Mirabellen sollten erst kurz vor dem Verzehr gewaschen werden, sonst zerstört man die wachsartige Schutzschicht der Frucht, auch Duftfilm genannt.
Mirabellen sind leicht steinlösend, die Früchte lassen sich deshalb einfach zubereiten.
Mirabellen eignen sich hervorragend für leckere Marmelade.
Um Mirabellenmus einzukochen, sollten die Mirabellen kurz in wenig heißem Wasser erhitzt werden. So löst sich die Schale vom Fruchtfleisch und die Mirabellen können im Anschluss ganz leicht durch ein Sieb gedrückt werden.
Die kugelrunden tiefgelben Früchte haben einen Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern und enthalten neben viel Vitamin C auch eine beachtliche Menge an Kalium, Kalzium und Magnesium. Mirabellen sind mit 230 mg pro 100 g relativ reich an Kalium. Kalium ist wichtig für die Funktion von Herz und Nerven.
Die Früchte enthalten außerdem Phosphor sowie das Spurenelement Zink.
Für ihren süßen Geschmack ist der in Mirabellen enthaltene Fruchtzucker verantwortlich.
Die aromatischen Früchte sind von Juli bis September erhältlich.
Reife Mirabellen sind nicht nur zum rohen Sofortverzehr geeignet, sondern bieten auch eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Weiterverwendung. Zum Likör verarbeitet, entfaltet sich das süßliche Mirabellenaroma besonders gut, hierfür eignet sich besonders die "Mirabelle von Nancy".
Diese Mirabelle kann man ebenso wunderbar einkochen oder als Tortenbelag verwenden.
Die Sorte "Mirabelle von Metz" eignet sich zum Dörren.
Mirabellenmarmelade ist ein Klassiker unter den Konfitüren.
Genießt man Mirabellen frisch, bereiten sie zusammen mit Vanille, Mandeln und Honig ein besonderes Geschmackserlebnis.

Mirabellensorten

Es gibt viele verschiedene Sorten von Mirabellen.

Die Bekannteste ist die "Mirabelle von Nancy". Sie zeichnet sich durch Größe, satte Farbe und durch ihr vollmundiges, süß-aromatisches Fruchtfleisch aus.

Wer große und fruchtige Mirabellen mag, sollte die Sorten "Bellamira" oder "Miragrande" probieren.

Mirabellenanbau

Damit sich das volle Aroma der Mirabelle entfalten kann, benötigt der Mirabellenbaum mehr Sonne als der Pflaumenbaum. Der Mirabellenbaum sollte an einen windgeschützten, sonnigen und warmen Standort gepflanzt werden. Zudem sollte ein Platz gewählt werden, der vor Spätfrösten geschützt ist, da die Blüten der Mirabellenbäume sehr empfindlich darauf reagieren. Mirabellenbäume dürfen nicht austrocknen und sollten regelmäßig gegossen werden. Im Frühjahr erstrahlt der Mirabellenbaum in einem weißen Blütenmeer.

Mirabellen gehören mit Wuchshöhen von 1,50 m bis zu 5 m eher zu den kleineren Obstgehölzen. Sie wachsen schwächer, bilden dafür aber wesentlich mehr Früchte aus.
Beim Mirabellenbaum sind nicht alle Früchte gleichzeitig reif. Deshalb ist ein mehrfaches Pflücken erforderlich. Traditionell werden die Früchte durch Schütteln des Baumes geerntet. Ein unter dem Baum gespanntes Netz fängt die Früchte auf, damit sie keine Druckstellen bekommen.

Es gibt Mirabellensorten, die auf einen Pollenspender angewiesen sind und selbstfruchtende Sorten, die ohne Fremdbestäubung auskommen. Die bekanntesten Sorten sind "Nancy", "Bellamira", und die "Metz-Mirabelle".
Mirabellen sind aufgrund ihrer relativ geringen Größe auch für den Anbau in kleineren Gärten geeignet. Bei der Standortwahl sollte man berücksichtigen, dass die Krone des Mirabellenbaumes im Laufe der Jahre breiter wird und letztendlich eine Breite von 3 - 4 m erreichen kann. Für einen Baum sollte man einen Platzbedarf von etwa 15 - 20 Quadratmetern rechnen.

Gepflanzt werden kann im Herbst und im zeitigen Frühjahr, von Oktober bis April. Im Handel werden wurzelnackte Pflanzen ohne feineren Haftwurzeln und Containerpflanzen angeboten. Der Boden sollte locker, leicht feucht, nährstoffreich, humos und kalkhaltig sein. Eine Schicht aus Rindenmulch kann dafür sorgen, dass der Boden nicht austrocknet. Vor allem in der ersten Zeit nach der Pflanzung und bei andauernder Trockenheit sollte regelmäßig gegossen werden.