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Süßkirschen

Süßkirschen

Es gibt fast 400 verschiedene Kirschsorten. Kirschen gehören zu den Steinfrüchten und werden in Süß- und Sauerkirschen unterteilt. Sie sind im Sommer nur kurze Zeit erhältlich, aber nicht nur deswegen sind Kirschen ein ganz besonders Obst.
Besonders beliebt sind die Knorpelkirschen mit ihrem festen, geschmackvollen Fruchtfleisch. Sie sind innen etwas heller und außen rot bis tiefrot. Herzkirschen dagegen sind meist dunkelrot bis schwarz, das Fruchtfleisch ist etwas weicher und milder im Geschmack. Sie sind druckempfindlicher und daher für lange Transporte nicht geeignet.
Süßkirschen schmecken gekocht eher fade, sind aber roh ein besonderer Genuss.

Süßkirschen
Ende Mai beginnt die Süßkirschenernte. Zur Haupterntezeit im Juni und Juli sind die Früchte kräftig dunkelrot durchgefärbt. Beim Einkauf sollte man stets dunkelrote Früchte kaufen; je intensiver die Farbe, desto reifer und aromatischer sind die Kirschen.
Frische Kirschen erkennt man beim Einkauf am geraden, grünen und geschmeidigen Stiel. Beim Einkauf sollten Kirschen noch einen Stiel haben, denn Kirschen ohne Stiel bluten aus. Außerdem sollten die Kirschen sauber und trocken sein und eine einwandfreie, glatte Haut haben. Sie darf nicht eingerissen sein, denn dann wäre die Frucht nicht lange haltbar. Sind die Früchte nass, bildet sich auf der untersten Schicht im Korb oder der Schale leicht Schimmel.
In Bezug auf Kirschen lohnt es sich in jedem Fall, der am besten sortierten Ware ("extra") den Vorzug zu geben.
Kirschen sind besonders empfindliche Früchte. Nach dem Einkauf sollten Kirschen möglichst rasch gegessen oder verarbeitet werden. Kann man sie nicht sofort verbrauchen, sollte man sie locker auf einem Tablett ausbreiten und kühl stellen. Ebenso kann man sie auch in einem geschlossenen Gefäß in den Kühlschrank geben.
Kirschen mit eher weicherem, saftigem Fruchtfleisch (z. B. Herzkirschen) sind noch druckempfindlicher.
Kirschen reifen nach der Ernte nicht nach und sollten daher möglichst reif gepflückt werden und erst kurz vor dem Verarbeiten bzw. Verzehr gut gewaschen werden.
Das Einkochen von Süßkirschen spielt heute in der heimischen Küche nicht mehr so eine große Rolle wie früher. Stattdessen findet man eingekochte Kirschen aber in fast jedem Supermarkt. Tiefgefroren erhält man dagegen vorwiegend Sauerkirschen.
Kirschen sollten nicht unter einem harten Wasserstrahl gewaschen werden, sondern in einer Schüssel mit reichlich Wasser, bevor sie entsteint werden. Kirschen werden erst gewaschen, dann entstielt und entsteint, sonst verlieren sie zu viel von ihrem kostbaren Saft.
Kirschen sollte man außerdem nicht zu lange kochen. Am besten nicht mehr als fünf Minuten. Dann sind sie gar, aber noch nicht zerkocht.
Süßkirschen schmecken frisch vom Baum am besten, eignen sich aber auch als Kuchenbelag, lassen sich in Kombination mit Beeren zu leckerer Grütze zubereiten und schmecken auch als Kompott oder natürlich Konfitüre.
Kirschen lassen sich auch gut einfrieren und dann noch gefroren, beispielweise in Aufläufen oder für Kuchen, weiterverarbeiten.
Vitamine besitzt die Kirsche kaum. Dafür aber einiges an Mineralstoffen, vor allem Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen.
Dank ihres hohen Säureanteils regt sie die Darm- und Nierentätigkeit an, wirkt appetitanregend und entwässernd.
Die enthaltenen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe, darunter Flavonoide und Phenolsäuren, haben einen hohen Stellenwert in der Ernährung.
Bei Kirschen darf man ordentlich zulangen, da Kirschen zu 80 % aus Wasser bestehen. 100 Gramm süße, rohe Kirschen haben gerade einmal 63 kcal.
Frische Kirschen findet man auf zahlreichen Obsthöfen in der Region. Kirschen können für den Frischmarkt nicht maschinell geerntet werden. Beim Einsatz von Erntemaschinen, die die Früchte von den Bäumen schütteln, zerplatzen nämlich bis zu 30 Prozent der Früchte. Kirschen werden also mit der Hand gepflückt und das ist sehr aufwendig. Deshalb haben Kirschen ihren Preis.
Das Entsteinen von Kirschen ist etwas zeitaufwendig und kann eine matschige Angelegenheit sein. Früher hat Oma deshalb die Kirschen mit Sicherheits- oder Haarnadeln, statt mit einem Messer entsteint. Praktischer sind Kirschentkerner. Es kann hilfreich sein, die Kirschen im Gefrierfach vorher etwas anzufrieren. Da Kirschsaft färbt, sollte man beim Entsteinen stets Haushaltshandschuhe tragen und eine möglichst abwischbare Schürze.

Kirschensorten

Süßkirschen unterscheidet man in frühreife weichfleischige Herzkirschen und mittelspäte, festfleischige Knorpelkirschen.

Bellise:
Eine sehr frühe Sorte, man findet sie häufig in der Direktvermarktung und im Handel. Eine Sorte, die eine hohe Qualität aufweist.

Regina:
Eine späte, sehr verbreitete Sorte mit einer hoher Fruchtqualität und einer guten Haltbarkeit.

Kirschanbau

Süßkirschen werden entweder vor dem Frost im Herbst gepflanzt oder im zeitigen Frühjahr. Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen ist aber der Herbst.

Zum Pflanzen muss die Pflanzgrube ausreichend groß sein, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten und entwickeln können. Vor dem Pflanzen sollte das Pflanzloch mit organischem Material aufgefüllt werden. Dazu eignen sich Kompost, Stallmist und Torf. Nach dem Pflanzen muss kräftig gewässert werden. Zum Verdunstungsschutz und zur Vermeidung von Unkraut ist eine Mulchschicht um den Baumstamm zu empfehlen.

Heiteres zu Kirschen

"Wer zu viele Kirschen isst und dazu Wasser trinkt, der bekommt Bauchweh."

Dieses ist nur eins von vielen Ammenmärchen, die man als Kind jeden Sommer zu hören bekam. Dabei kommen die Bauchschmerzen lediglich von "zu viel" genaschten Kirschen ... sie schmecken aber auch einfach so köstlich süß nach Sommer.