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Weichkäse

Weichkäse

Der Weichkäse gehört zur Gruppe der Labkäse und bildet darin die Kategorie mit dem größten Wassergehalt und der geringsten Trockenmasse.

Weichkäse
Beim Einkauf von Weichkäse ist zu beachten, dass Käseprodukte verschiedene Fettgehaltsstufen aufweisen.
Dabei verläuft die Skala von der Magerstufe (10 % Fett in Trockenmasse (i. Tr.)) über die Halbfettstufe (20 % Fett i. Tr.) bis hin zur Fettstufe (40 % Fett i. Tr.) und schließlich der Rahmstufe (50 % Fett i. Tr.) und Doppelrahmstufe (60-87 % Fett i. Tr.). Weitere Zwischenstufen sind vorhanden, insgesamt gibt es acht Fettstufen.
Die Fettgehalte werden beim Käse immer im prozentualen Bezug zur Trockenmasse angegeben, da der Käse im Laufe der Zeit Wasser verliert und das Gesamtgewicht dadurch abnimmt. Der Fettgehalt nimmt daher prozentual zum Gesamtgewicht zu und wäre nicht mehr eindeutig deklarier bar. Die Trockenmasse hingegen bleibt konstant und somit auch die Fettgehaltsangabe in Trockenmasse.

Weichkäse hat unter den Labkäsesorten die verhältnismäßig geringste Trockenmasse aufgrund eines sehr hohen Wasseranteils. Als Tipp kann beim Einkauf von Weichkäse der Fettgehalt mit dem Faktor 0,5 multipliziert werden, um den Fettgehalt bezogen auf das Gesamtgewicht näherungsweise zu ermitteln.
Weichkäse wird im Kühlschrank bei 6 - 10 °C gelagert. Es ist zu empfehlen, ihn in speziellem Käsepapier einzuwickeln. Zudem empfiehlt sich, den Käse alle 1 - 2 Tage einmal auszuwickeln, um eine noch bessere Luftzirkulation zu erreichen. Weichkäse sollte nicht in Frischhaltefolie gelagert werden, da diese keinerlei Luftzirkulation ermöglicht.
Vakuum verpackter Käse sollte rund 24 h vor dem Verzehr aus der Verpackung genommen und in speziellem Käsepapier gelagert werden, damit auch dieser Käse wieder atmen kann.
Weichkäse darf auf keiner Käseplatte für Ihre Gäste fehlen. Neben zahlreichen Variationen von mild bis kräftig-würzig zum Frühstücken und Brunchen findet man Weichkäse aber ebenso in der warmen Küche. Dort z. B. als Ofenkäse oder wie der Camembert kurz angebraten. Auch eignen sich viele Weichkäse zum Verfeinern von Soßen, da sie sehr gute Schmelzeigenschaften aufweisen.
Ein süßer Tipp aus Frankreich: Probieren Sie einmal einen cremigen Weichkäse in Kombination mit Kirschkonfitüre.
Käse sollte in keinem ausgewogenem Ernährungsplan fehlen, denn alles was der Milch ihren Wert verleiht, ist auch im Käse enthalten.
Käse liefert viele wertvolle Inhaltsstoffe: hochwertiges Eiweiß, leichtverdauliches Milchfett und Mineralstoffe wie Calcium und Phosphor. Ebenso sind zahlreiche wichtige Vitamine wie A, B2, B12 gut für die Blutbildung und das Nervensystem.
Wie wäre es denn mal mit einer Tour auf der "KäseRoute NRW" und einem Besuch der "deutschen Käsehauptstadt" Nieheim?
Das Käsemuseum ist ein Highlight für alle Käsefans!

Weichkäsesorten

Weichkäseprodukte sind in allen Fettgehaltsstufen zu finden.
Als weitere Sortenspezifizierung unterteilt man in Weichkäse mit Schmiere und Weichkäse mit Außenschimmel.

Den Weichkäse mit Schmiere charakterisiert eine gelbliche, rotbraune und leicht feuchte, schmierige Außenschicht, wobei man auch von Rotschmiere spricht. Diese wird durch ein zur Außenreifung eingesetztes Bakterium (Bakterium liners) hervorgerufen. Zum Rotschmierkäse zählen unter anderem der Romadur, Limburger oder Münsterkäse.

Beim Weichkäse mit Außenschimmel hingegen wird eine Pilzkultur (z. B. Penicillium candidum) zur Außenreifung eingesetzt. Dabei spricht man auch von Weißschimmel, da eine weißliche Färbung der Außenhaut einsetzt. Zum Weißschimmelkäse zählen unter anderem der Camembert oder Brie.

Weichkäseherstellung