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Dill

Dill

Der frische Dill stammt überwiegend aus heimischem Anbau. Der Duft und Geschmack des würzigen Küchenkrautes sind angenehm aromatisch.
Dill ist eine einjährige Pflanze, hat Ähnlichkeit mit Fenchel und gehört botanisch zu den Doldenblütlern.
Er trägt an einem einzelnen, bis 1 m hohen Stängel fedrige, duftende Blätter, Dolden winziger, gelber Blüten und flache, ovale Samen. Die Blätter sind dunkelgrün bis leicht bläulich und sehr fein gefiedert. Aus den gelben Blütendolden entwickeln sich die rötlich-gelb bis gelb-braunen Samen.

Dill
Frisches Dillkraut wird im Handel ganzjährig angeboten, außerdem wird das Angebot mit tiefgefrorenen Blättern und Trockenware ergänzt.
Daneben werden junge Dillpflanzen auch in Töpfen angeboten.
Dill liefert eigentlich zwei Gewürze: Den Dillsamen und das Dillkraut.
Bei diesem unterscheidet man wiederum zwischen den sogenannten "Dillspitzen", die aus den fein gehackten, getrockneten jungen Trieben und Blättern bestehen und dem wirklichen "Dillkraut", das aus dunkelgrünen, ausgewachsenen Pflanzenteilen des Dills gewonnen wird.
Verwendet werden meistens die Dillspitzen - frisch, getrocknet, tiefgefroren oder gefriergetrocknet. Seltener wird das Kraut des Dills verwendet, wobei das frische Dillkraut den besten Geschmack hat.
Frischer Dill sollte nach der Ernte wie alle frischen Kräuter möglichst rasch verbraucht werden. Er kann in Plastiktüten 2 bis 3 Tage im Kühlschrank gelagert werden.
Beim Trocknen verliert Dill viel von seinem Geschmack. Um das Aroma möglichst zu erhalten, werden Dillspitzen häufig gefriergetrocknet. Die getrockneten Blätter und ganze Samen können vor Licht und Feuchtigkeit geschützt 1 bis 2 Jahre aufbewahrt werden.
Eingefroren ist der Dill jedoch intensiver und von kräftiger Würze.
Dill riecht süß und erinnert an Anis und Zitronen. Die Blätter schmecken süßlich mild, leicht würzig nach Anis und Petersilie. Vor allem junge Blätter und Spitzen haben ein sehr feines Aroma.
Dill sollte immer in stehendem Wasser vorsichtig gewaschen und trocken getupft werden.
Zu viel Hitze schadet dem Aroma der Dillblätter, weil sich das geschmacksgebende ätherische Öl verflüchtigt. Deshalb sollte man Dill erst am Ende der Garzeit einem Gericht zufügen und nur kurz mitkochen oder ziehen lassen.
Die getrockneten Samen haben einen kümmelähnlichen Geschmack.
Das frische Dillkraut schmeckt viel süßer als die getrockneten Früchte. Sowohl die Blätter als auch die Fruchtdolden des Dills sind eine wichtige Zutat beim Einlegen von Gewürzgurken, Sauerkraut, Senfkürbis sowie bei der Herstellung von Kräuteressig.

Die Dillspitzen und die Samen werden in der Kochkunst besonders geschätzt. Dill dient als ausgezeichnetes und sehr aromareiches Gewürz für Suppen, Soßen und Salate. Er eignet sich vorzüglich zum Würzen von Eierspeisen, Kartoffeln, Fischen, Meeresfrüchten, Gurkensalat, Quark und hellen Soßen. Außerdem dient er zum Würzen von Fleischspeisen sowie von Geflügel.
Getrockneter Dill ist etwas höher zu dosieren. Am stärksten ist seine Würzkraft, wenn Dill vor der Blüte geerntet wird. Dillsamen duften schwach nach Fenchel. Sie schmecken erst mild, dann scharf und etwas kümmelähnlich.
Frisches Dillkraut enthält unter 1 % ätherisches Öl. Trotzdem ist dies wie bei den meisten Gewürzen die geruchs- und geschmackgebende Komponente. In den Früchten ist der Gehalt an ätherischen Ölen mit bis zu 5 % wesentlich höher als in den Blättern. Die Zusammensetzung des Öls unterscheidet sich von der des Krautes. Die ätherischen Öle lassen Dill appetitanregend, krampflösend und verdauungsfördernd wirken.
Eine leicht beruhigende Wirkung wird Dill ebenfalls zugesprochen.
Zudem ist Dill reich an Vitamin C.
Einlegegurken ohne Dill: fast unmöglich!
In vielen Hofläden gibt es eine breite Vielfalt an eingelegtem Gemüse und eingelegten Gurken zu kaufen. Lassen Sie sich von dem Ideenreichtum und den Kochkünsten der Direktvermarkter überraschen.

Dillsorten

"Tetra-Dill" liefert einen höheren Ertrag, weil bei dieser Sorte größeres Laub entsteht. Somit gibt die Pflanze ein stärkeres Aroma ab. Darüber hinaus ist Tetra-Dill äußerst robust und widersteht so manchem Schädling.

Die Sorte "Tetra-Dill Mammut" gedeiht im Freiland genauso gut, wie im Gewächshaus und überzeugt ebenfalls mit einem ausgeprägten Aroma, weil sie erst spät blüht.
Die Sorte "Dill-Vierling" ist sehr beliebt, sie hat lange Stängel und eine gute Standfestigkeit.

Dillanbau

Für den eigenen Bedarf lässt sich Dill gut im Kräutergarten ziehen.
Dill ist sehr frostempfindlich und kann ab Ende April im Freiland ausgesät werden. Der Ort der Anpflanzung sollte auf jeden Fall sonnig sein. Mit lichtem Halbschatten kommt Dill eventuell auch noch zurecht, gedeiht dann allerdings nicht so prächtig, wie im vollen Sonnenschein.
Er benötigt nährstoffreichen, durchlässigen Boden und viel Feuchtigkeit.
Es empfiehlt sich im Abstand von 3 Wochen immer wieder nachzusäen, damit kontinuierlich Dill geerntet werden kann. Dill wächst dort, wo er ausgesät wurde, am besten. Zu dichte Saat wird deshalb nur vereinzelt und ausgedünnt. Das Verpflanzen verträgt Dill nicht.
Dill liebt einen windgeschützten Standort und muss regelmäßig gegossen werden.
Ab einer Höhe von 20 cm werden die Seitenblätter geerntet.
Wenn der Dill anfängt zu blühen, sind die Blätter meist hart geworden und trocken. Die Blütenstände können dann zum Gurkeneinlegen verwendet werden.