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Buchweizen

Buchweizen

Buchweizen ist anspruchslos, wächst auf mageren Böden (Sand und Moorböden) und galt lange Zeit als "Arme-Leute-Getreide".
Die einjährige Sommerfrucht wird zwar zu den Getreidesorten gerechnet, gehört botanisch jedoch zu den Knöterichgewächsen.
Wer Buchweizen kennt, der schätzt seinen kernigen, kräftigen, nussigen Geschmack, der einen Hauch Bitterkeit haben kann.
Man muss sich bei der Verarbeitung erst an das graue Aussehen des Mehls und der Grütze gewöhnen.

Buchweizen
Angeboten werden heute ganze Buchweizenkörner (geschält), Buchweizengrütze - von grob bis fein, Buchweizenflocken und Buchweizenmehl.
Buchweizenprodukte sind im Vergleich zu anderen Getreideprodukten relativ teuer.
Ganze Buchweizenkörner kann man für Risotto, Grütze und Aufläufe verwenden. Die Buchweizengrütze eignet sich für Klöße und Füllungen. Es werden auch reine Buchweizenflocken angeboten, man findet sie häufig im Müsli oder in Flockenmischungen. Buchweizenmehl lässt sich hervorragend zu Pfannkuchen und bedingt zu Kuchen verarbeiten. Zum Brotbacken eignet sich Buchweizenmehl nicht, da er kein Klebereiweiß enthält.
Buchweizen lässt sich trocken und luftig für mehrere Monate lagern. Durch den hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren kann Buchweizen nach zu langer Lagerdauer leicht ranzig schmecken, daher sollte das Verfallsdatum beachtet werden.
Buchweizen schleimt beim Aufkochen stark. Deshalb ist es sinnvoll, ihn vorher heiß zu waschen und nach dem Kochen durchzuspülen.
Bei der Zubereitung von ganzen Buchweizenkörnern ist zu beachten, dass ein Teil Buchweizen mit mindestens der anderthalbfachen Menge Wasser und etwas Salz und Gewürzen für ca. 5 Min. gekocht werden muss. Danach lässt man ihn ausquellen.
Bei der Zubereitung von ganzen Buchweizenkörnern kann man beim Garen bereits Kräuter und Gewürze dazu geben.
Buchweizen lässt sich mit vielen Gemüsearten wie Möhren, Porree, Spinat und Tomaten kombinieren. Käse passt immer zu Buchweizen, zum Überbacken oder als Beimischung zu Füllungen.
Buchweizen weist einen hohen Gehalt an wertvollem Eiweiß auf. Zudem enthält er viele essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Arginin und Tryptophan und die Vitamine B, E sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium sowie viel Kieselsäure.
Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe im Buchweizen ist Rutin, ein Bioflavonoid, das in den Blüten und Blättern steckt.
Trotz des hohen Anteils an unverdaulichen Ballaststoffen ist Buchweizen gut bekömmlich und leicht verdaulich.
Im Buchweizen ist kein Klebereiweiß (Gluten) enthalten. Wer gegen Klebereiweiß allergisch ist, kann also Buchweizen und Backwaren aus Buchweizen problemlos verzehren.
Wer das erste Mal Buchweizenmehl oder Buchweizengrütze verarbeitet, ist vielleicht über das graue Aussehen etwas irritiert. Aber zu Pfannkuchen oder Gebäck verarbeitet, wird die Mahlzeit ein Hochgenuss. Versüßen kann man Buchweizengerichte sehr gut mit Honig und Apfeldicksaft.

Buchweizenanbau

Die krautige Buchweizen-Pflanze wird 20 bis 60 Zentimeter hoch und bevorzugt warmes, trockenes Klima. Temperaturen unter 3 Grad mag die Pflanze nicht, dafür ist sie bei der Wahl des Bodens nicht ganz so anspruchsvoll und wächst auch auf unfruchtbaren Heide- und Moorböden.

Da Buchweizen zum Keimen Bodenwärme braucht, findet die Aussaat von Ende Mai bis Anfang Juni statt. Sobald der Stängel, an dem die herzförmigen Blätter sitzen, sprießt, färbt sich dieser rot. Von Juli bis Oktober zeigen sich weiße bis rosarote Blütenknäule. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich ein einzelnes, dreikantiges Nüsschen, das etwa vier bis sechs Millimeter lang und drei Millimeter dick ist. Nach drei Monaten ist der dreikantige harte Samen ausgereift und wird im Mähdreschverfahren im September geerntet. Vor der weiteren Verwendung muss die Samenschale entfernt werden.
Buchweizen ist stark witterungsabhängig, weshalb der Ertrag mit weitaus mehr Unsicherheiten behaftet ist, als bei üblichen Getreiden.