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Hafer

Hafer

"Hafer macht munter und hält gesund." Bereits im antiken Griechenland war der hohe gesundheitliche Wert des Hafers bekannt.

Hafer
Heute kommt Hafer in Form von Haferflocken bei uns auf den Tisch. Haferflocken sind die am meisten gegessenen Hafererzeugnisse. Dafür wird das entspelzte, geschälte und gedörrte Haferkorn platt gewalzt. Für kernige Haferflocken wird das ganze Korn, für zarte Haferflocken das gebrochene Korn und für lösliche Schmelzflocken wird das Hafermehl verwendet. Der Hauptbestandteil von Müsli sind Haferflocken.
Als Porridge lieben die Engländer den Hafer. Dafür werden Mehl oder Flocken in Milch oder Wasser gekocht. Der Brei wird mit etwas Salz, Milch, Sahne oder gebräunter Butter und Sirup serviert.
Durch den hohen Anteil an Ölen sind Haferprodukte nicht so lange lagerfähig wie andere Getreideprodukte. Das Verfallsdatum sollte unbedingt beachtet werden. Haferflocken sollten trocken und in gut verschlossenen Packungen gelagert werden.
Da Hafermehl nicht das Klebereiweiß Gluten aufweist, kann es zum Backen nicht alleine verwendet werden, sondern muss mit anderen Mehlsorten (z. B. Roggen- oder Weizenmehl, im Verhältnis 1 Teil Hafermehl zu 10 Teilen Roggen- oder Weizenmehl) vermischt werden. Reine Haferbrote sind schwer und feucht. Haferflocken eignen sich aber auch zur Herstellung von Plätzchen oder Kuchenböden, sowie Brei, Krusten oder auch Aufläufen.

Hafergrütze nennt man das grob geschnittene Korn, man verwendet es für Suppen, Brei und Grützwurst.

Hafer hat ein nussartiges Aroma. Es wird noch intensiver, wenn man die Haferflocken in einer trockenen Pfanne unter ständigem Rühren leicht anröstet.
Erwähnenswert ist der hohe Anteil an Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten und Vitamin B1 und B6 sowie Kalzium, Eisen, Zink und Mangan.
Ein klassisches Hausmittel ist der Haferschleimbrei bei verdorbenem Magen. Die stark quellenden Substanzen der Haferflocken haben die Fähigkeit, Bakterien zu binden und mit aus dem Magen-Darm-Trakt auzuscheiden. Die Inhaltsstoffe bilden eine gelartige Schutzschicht und helfen der entzündeten Magen-Darm-Schleimhaut.

Hafersorten

Hafer unterscheidet sich optisch von anderen Getreidesorten wie Weizen oder Gerste, da er keine Ähren, sondern Rispen als Fruchtstand ausbildet.

Die länglichen Körner sind beim Hafer von Spelzen fest umgeben. Diese müssen für den menschlichen Verzehr entfernt werden.

Es gibt auch sogenannten Nackthafer, der ohne Spelzen wächst. Er ist allerdings deutlich weniger ertragreich als Hafer mit Spelzen.

Haferanbau

Verglichen mit Weizen und Roggen spielt der Haferanbau in Deutschland eine geringe Rolle.
Hafer ist eine einjährige Sommerfrucht die im Frühjahr gesät wird , ca.1 m hoch wird und im Herbst geerntet wird.