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Fenchel

Fenchel

Fenchel wird auch Knollen- oder Gemüsefenchel (Foeniculum vulgare) genannt. Der Fenchel ist eine knollenförmige Pflanze, die fleischig verdickte Blattstiele hat. Vom Fenchel werden die Knolle und Teile der fleischigen Blattstiele gegessen. Man kann ihn roh und gegart zubereiten. Fenchel schmeckt nach Anis.
Fenchel ist eine Gemüsepflanze, die als einjährige Kultur angebaut wird. Sie wird ca. 50-80 cm hoch und bildet eine Pfahlwurzel und oberirdisch eine Zwiebel, die sogenannte Knolle aus. Würde man sie nicht ernten, sondern stehen lassen, wäre sie im nächsten Jahr 1,20 -1,60 cm hoch und würde mit sattgelben bis zu 12 cm breiten Blütendolden blühen. Das Blatt des Fenchels ist feingliedrig und sieht ähnlich aus wie der Garten-Dill.
Im Fenchel sind ätherische Öle (z. B. Anethol) reichlich enthalten. Sie sind für den kräftigen, typisch anisartigen Geschmack verantwortlich.
Die Ursprungsform des Fenchels ist der wildwachsende gemeine Fenchel, der aus dem Mittelmeerraum und aus Vorderasien stammt. Fenchel ist eine der ältesten Gewürz- und Arzneipflanzen der Welt. Bereits 3000 v. Chr. wurde Fenchel in Mesopotamien als Arznei genutzt. Im antiken Griechenland haben Heilkundige stillenden Frauen zu Fencheltee geraten, um die Milchbildung anzuregen. Seit dem Mittelalter ist seine Wirkung bei Verdauungsbeschwerden bekannt. 2009 wurde Fenchel zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.
Knollen- bzw. Gemüsefenchel ist ein Doldenblütler und mit Dill, Kümmel und Möhren verwandt. Er ist nicht zu verwechseln mit Gewürzfenchel. Aus den Samen des Fenchels wird der bekannt Fencheltee zubereitet.
Fenchel ist als Gemüse bei uns erst seit den 1970 Jahren bekannt und verbreitet. Fenchel wird überwiegend im Rheinland und in Süddeutschland angebaut.

Fenchel
Ersten hiesigen Fenchel gibt es ab Anfang Juli zu kaufen. Die Erntesaison geht dann bis in den Oktober hinein.
Man rechnet 100 g Fenchel für eine Person.
Fenchel sollte knackig und frisch aussehen. Das zarte Grün sollte nicht welk sein.
Einkaufen sollte man ihn beim Gemüsebauern oder auf dem Wochenmarkt oder in gut sortierten Gemüsetheken im Lebensmitteleinzelhandel.
Frische Fenchelknollen halten sich in einem luftgefüllten, verschlossenen Plastikbeutel im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu einer Woche bei 5 °C frisch.
Fenchel ist auch gefriergeeignet. In dünne Scheiben geschnitten, 3 Minuten blanchiert und abgetropft, lässt er sich in einem Gefrierbeutel gut einfrieren.
Die ganze Fenchelknolle unter fließendem kaltem Wasser abbrausen. Die eventuell trockenen und vergilbten Stellen und die trockenen Enden der Fenchelstiele abschneiden. Das fedrige frische Grün abschneiden und in kaltes Wasser legen. So hält es sich zur späteren Verwendung z. B. als Dekoration, länger frisch. Den Strunkansatz abschneiden und mit einem kleinen Messer vom Strunkansatz die dickeren Fasern zur Spitze hin entfädeln. Den Fenchel einmal quer durchschneiden. Die Hälften je nach Verwendung des Fenchels noch einmal halbieren, Strunk heraus schneiden und den Fenchel in feine Streifen schneiden.
Die Garzeit bei Fenchel beträgt 8 - 12 Minuten. Fenchel schmeckt auch roh, in Streifen geschnitten und mit feinen Saucen zum Dippen. Ebenso köstlich ist er als Salat mit anderen Zutaten wie Tomaten, Karotten, Zucchini, Frühlingszwiebeln und Oliven in einem Essig-Öl-Dressing. Als süße Variante mit Orangen, Ananas, mürben Äpfeln, Birnen, Weintrauben und Nüssen oder auch mit Lollo Rosso oder Radicchio ist Fenchel ebenfalls ein Genuss.
Als Gemüse gedünstet und mit einer Käsesauce angerichtet ist Fenchel ebenfalls zu empfehlen. Köstlich schmeckt Fenchel als Beilage zu kurzgebratenem Fleisch oder Fisch.
Fenchel ist ein sehr vitaminreiches Gemüse. Der Vitamin-C-Gehalt ist doppelt so hoch wie bei Orangen.
Daneben enthalten sind Vitamin E und Folsäure sowie das Beta-Carotin.
An Mineralstoffen enthält er bedeutsame Mengen an Eisen, Magnesium, Kalium und Calcium.
Als Besonderheit enthält Fenchel das Menthol-Öl Anethol und das kampferartige Fenchon.

Fenchelsamen wird gerne als Gewürz in Schwarzbrot mitgebacken oder als Tee aufgebrüht. Fenchel ist leicht verdaulich und beruhigt bei Magen- und Darmbeschwerden. Die ätherischen Öle des Fenchels können durch ihre antibakterielle Wirkung auch Atemwegsbeschwerden lindern. Fenchelhonig ist als altes Hausmittel bei Erkältungen und Störungen des Magen- und Darmtraktes bekannt.
Fenchelgemüse benötigt durch den starken eigenen Geschmack wenig Würze. Zur Unterstützung des Aromas eignen sich gut Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Geschmacklich passt auch Muskat. Wer den Eigengeschmack des Fenchels lieber etwas abmildern möchte, der dünstet oder schmort den Fenchel und reicht ihn zu einem leckeren Fischrezept.
Fenchel kann man auch gut in Scheiben braten oder gerieben in Kartoffelpuffer oder auch italienisch in einem Pastagericht verwenden.
Gefrorener Fenchel kann in eine fertige Salatmarinade gegeben werden und darin auftauen.
Mit einer Kombination von Fenchel und Orangen tun Sie in der Erkältungszeit Ihrem Immunsystem etwas richtig Gutes.

Fenchelsorten

Fenchel wird unterschieden in Knollen- oder Gemüsefenchel und in Gewürzfenchel. Beide schmecken nach Anis.

Der Knollen- oder Gemüsefenchel (er wird auch manchmal Zwiebelfenchel genannt) hat längere und breitere Blattstiele. Er wird in der Küche als Gemüse roh und gegart verwendet.
"Selma" und "Zefa Fino" sind schossfeste Knollenfenchelsorten, die schon im Frühjahr ausgesät werden können.
"Mammouth" ist eine Gemüsefenchelsorte, die große Knollen bildet.

Der Gewürzfenchel (er wird auch als "Römischer" oder "Süßer" Fenchel bezeichnet) hat kürzere und fleischigere Stiele. Die Blätter und die Früchte werden als Gewürz, auch als Einlegegewürz, verwendet. Das Laub wird beliebig oft geerntet. Die reifen Früchte sind Mitte bis Ende Oktober erntereif. Sie werden gedroschen und getrocknet. Gewürzfenchel ist auch einen sehr dekorative Gartenpflanze.
"Di Firenze" ist eine Gewürzfenchelsorte, die aromatische Knollen bildet und für den Anbau im Sommer geeignet ist. Sie kann schnell schießen.

Fenchelanbau

Fenchel wächst am besten auf tiefgründigen, kalkhaltigen, sandigen Lehmböden. Er liebt Temperaturen zwischen 15 und 18 °C. Wenn es zu kalt (unter 7 °C) oder zu heiß (über 25 °C) stockt das Wachstum. Daher wird Fenchel am besten an geschützte Stellen gepflanzt.
Fenchel gehört zu den Schwachzehrern. Er kann an Ort und Stelle, in flache Rillen ausgesät werden. Die aufgegangenen Sämlinge werden später auf ca. 25 cm Abstand in der Reihe vereinzelt. Sie dürfen nicht zu eng gepflanzt werden, damit die Knollen möglichst groß werden.
Unter Fließ können Jungpflanzen ab Mitte April gesetzt werden. Ins Freiland können Jungpflanzen ab dem 10. Mai bis zum 10. August gepflanzt werden. Fenchelknollen können von Anfang Juli bis Ende Oktober geerntet werden.
Für die Bodenerholung ist es günstig eine Anbaupause von 4-5 Jahren einzuhalten.
Da Fenchel für das Wachstum viel Wärme braucht und häufig von Schnecken befallen wird, gilt er als anspruchsvolle Gemüsepflanze.