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Chinakohl

Chinakohl

Chinakohl ist ein Kohl mit ovalem, zylinderförmigem, lockerem Kopf. Die Blätter haben eine sehr fleischige weiße Mitte mit hellgrünen, zarten Blättern.
Er wird roh als Salat und auch gegart als Gemüse gegessen. Man nennt ihn auch Chinesischer Kohl, Pekingkohl, Schantungkohl, Pe-tsai, Japankohl, Blätterkohl, Selleriekohl oder Kochsalat.

Chinakohl stammt aus Asien. Besonders in China ist der Chinakohl sehr beliebt und wird schon seit dem 5. Jahrhundert dort kultiviert. In den USA und in einigen europäischen Ländern war er schon vor 1900 bekannt. Bei uns wird Chinakohl erst seit den 1970er Jahren angebaut und ist auch erst seit dem bei uns auf dem Markt.
Er gehört botanisch in die Familie der Kreuzblütengewächse.

Chinakohl
Die Erntesaison für heimischen Chinakohl beginnt im Mai. Durch Kühllagerung kann man bis in den März hinein heimischen Chinakohl kaufen.
Da Chinakohl ein preisgünstiges, gesundes und vielseitiges Gemüse ist, empfiehlt er sich regelmäßig für den Speiseplan. Wochenmärkte, Hofläden und gut sortierte Gemüsetheken bieten frische, heimische Ware an.
Frischen Chinakohl erkennt man an einer frischen Schnittstelle, an einem geschlossenen Kopf und daran, dass er keine Druckstellen hat.
Im Handel wird Chinakohlkopf verpackt in Folie angeboten. Ein mittlerer Kopf von ca. 800 g reicht für 4 Personen aus. Der Rest eines angebrochenen, ungewaschenen Kopfes bleibt, eingewickelt in Folie, bis zu 10 Tage im Gemüsefach des Kühlschrankes frisch und knackig. Zum Einfrieren ist Chinakohl nicht so gut geeignet.
Pro Person rechnet man mit 200 g frischen Chinakohl.
Chinakohl ist ein mildes, leicht verdauliches Gemüse. Er hat keinen Kohlgeschmack und man kann ihn auch aus diesem Grund sehr vielfältig zubereiten.
Garen kann man ihn wie Wirsing oder Weißkohl. Er eignet sich für Eintöpfe genauso gut wie einzeln gekocht als Kohlgemüse.

Wenn man einen Chinakohl zubereiten will, müssen als erstes die äußeren, eventuell welken Blätter entfernt werden. Für ein gedünstetes Chinakohlgemüse werden die Blätter einzeln abgenommen, gewaschen und müssen dann gut abtropfen. Nun werden die Blätter in grobe oder feinere Streifen geschnitten und anschließend gedünstet. Die Garzeit ist kurz. In 3 - 6 Minuten ist der Chinakohl in wenig Wasser gar. Er fällt dabei stark zusammen. Da er vom Geschmack her ein sehr mildes Gemüse ist, verträgt er kräftiges Würzen. Wer es lieber mild mag, kann den Eigengeschmack durch gute Butter oder Sahne und etwas Salz und Pfeffer unterstreichen.

Chinakohl als Salat verarbeitet, hat den Vorteil, dass er seine bissfeste Konsistenz und weiße Farbe einige Stunden behält. Er fällt nicht so schnell zusammen wie viele andere Salate.
Dafür werden auch als erstes die äußeren Blätter entfernt und der Chinakohlkopf halbiert. Nun schneidet man den Kohl in feine Streifen (wie bei Endiviensalat). Diese werden in stehendem kaltem Wasser kurz gewaschen und müssen anschließend gut abtropfen oder in einer Salatschleuder getrocknet werden. Als Marinade passt eine Mischung aus Essig, Zitronensaft, Öl, Zwiebeln, Salz und Pfeffer und Kräutern, hier besonders Dill, oder ein Sahne- oder Joghurtdressing gut dazu. Kombinieren kann man ihn auch gut mit Äpfeln, Apfelsinen, Bananen, Möhren, Nüssen und Kernen oder auch gekochtem Schinken.
Chinakohl ist ein sehr energiearmes Gemüse. Es enthält kein Fett und wenige Kohlenhydrate.
Chinakohl enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe.In Chinakohl ist viel ß-Carotin zu finden. ß-Carotin ist beim Sehvorgang beteiligt und wirkt mit beim Zellwachstum. Chinakohl weist auch die Vitamine C und Folsäure auf und die Mineralien Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen.

Der milde Chinakohl verursacht kaum Blähungen. Er ist ausgesprochen bekömmlich und sogar für Schonkost geeignet. Die enthaltenen Senföle gelten als allgemein gesundheitsförderlich und vorbeugend gegen Infektionskrankheiten.
Chinakohl ist aufgrund seines milden Geschmackes und der einfachen Zubereitung beliebt.
Wenn man ihn zubereiten will wie in seiner asiatischen Heimat, kann man ihn im Wok erhitzen und mit Sojasoße würzen - einfach lecker.

Chinakohlsorten

Man unterscheidet bei Chinakohl grundsätzlich 2 Formen.
Die erste Form ist kompakt, gedrungen und fleischig.
Die zweite Form ist lang, zylindrisch schmal mit grünen Blattspitzen. Heute wird die erste Form bevorzugt.

Es gibt Sommersorten und winterharte Sorten. Sie werden je nach Jahreszeit angebaut.

Chinakohlanbau

Chinakohl ist wie andere Kohlsorten auch ein Starkzehrer. Er benötigt nährstoffreiche sandige Lehmböden. Chinakohl braucht viel Feuchtigkeit und stellt hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Das liegt daran, dass er in kurzer Zeit viel Masse bilden muss. Sein Wärmebedarf ist nicht so hoch. Er ist gut an das Mitteleuropäische Klima angepasst, liebt aber das maritime Klima.
Im Hausgarten wird Chinakohl um den 20. Juli ausgesät. Frühere Aussaattermine entwickeln keine festen Köpfe. Spätere Aussaaten können ebenso ungünstig sein, weil die Kulturzeit (bis zum ersten Frost) oft zu kurz ist. Ab Mitte August bildet die Pflanze die Köpfe aus. Die Ernte des Chinakohls beginnt im Hausgarten ab Oktober. Bei einem milden Herbst kann sich die Ernte bis in den Dezember ziehen. Chinakohl ist eigentlich ein Herbst- und Wintergemüse.
Im Erwerbsgartenbau werden die Jungpflanzen der frühen Sorten schon ab Mitte Februar unter Glas gepflanzt. Diese sind ab 20. April erntereif. Wenn man Chinakohlpflanzen, geschützt unter Folie, anbauen will, geht das ab Anfang bis Mitte März. Erntereif ist der Chinakohl unter Folie ab Mitte Mai. Jungpflanzen der späteren Sorten werden bis 20. Oktober ins Freiland gesetzt.