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Wirsing

Wirsing

Wirsing wird auch Wirsingkraut, Bröschkohl, Savoyer Kohl, Mailänder Kohl, Welschkohl oder Wirz (in der Schweiz) genannt.
Wirsing ist eine Kohlart wie Weißkohl oder Rotkohl. Er hat runzelige, gewellte Blätter und einen lockeren Kopf. Wirsing wird meist gegart als Kohlgemüse gegessen.

Wirsing gehört zu den Kreuzblütlern und ist eine zweijährige Langtagpflanze, die einjährig angebaut wird. Er stammt vom Wildkohl ab, der an der Atlantikküste von Mittel- und Südengland und dem östlichen Mittelmeerraum stammt.
Wirsing wird auf Gemüsehöfen in NRW angebaut. Verstärkt wird er in den Kohlanbaugebieten im Rheinland, in Niedersachsen und im Süddeutschen Raum kultiviert.

Wirsing
Einen frischen Wirsingkohl erkennt man an seinen knackigen, grünen Blättern und einer noch saftigen Schnittstelle. Hat der Kopf dunkle Flecken und welke Blätter, ist er nicht mehr frisch.
Der Herbst- / Winterwirsing ist etwas dunkler gefärbt und hat eine deutlich sichtbare Wachsschicht.
Eine besondere Sortenvielfalt findet man auf dem Wochenmarkt und in Hofläden. Durch den Anbau von Sommer- und Wintersorten und einer guten Lagertechnik können Gemüsebauern das ganze Jahr über Wirsing anbieten.
Für eine Gemüseportion rechnet man 150 - 200 g Wirsing.
Ein ganzer Wirsingkopf hält sich im Kühlschrank bis zu einer Woche frisch.
Frühjahrs- und Sommersorten sind zarter. Diese kann man bis zu 4 Tage im Kühlschrank ohne Qualitätsverluste aufbewahren. Feste ganze Kohlköpfe wie Rotkohl oder Weißkohl sind gekühlt länger haltbar. Wirsing kann man auch gut einfrieren.
Wirsing ist in der Küche ein sehr vielseitiges Gemüse. Man kann es als Hülle für deftige Rouladen verwenden, als Gemüsebeilage (da gibt es auch ausgefallene Rezepturen), als kräftige Suppe, als Eintopf oder Auflauf und sogar roh als dekorativen Salat. Wichtig ist, dass der Wirsing gründlich gewaschen wird, denn in den krausen Blättern können sich Sandkörner gut verstecken. Häufig wird Wirsing durch Dünsten oder kurzes Kochen gegart. Dünsten hat den großen Vorteil, dass die Farben, das Aroma und die flüchtigen Vitamine besser erhalten bleiben.

Die äußeren großen Blätter eignen sich gut für Kohlrouladen. Die zarten inneren Blätter können sogar roh dünn geschnitten werden und zu einem vitaminreichen Salat - besonders wertvoll im Winter - angemengt werden.
Wirsing enthält an Vitaminen u. a. ß-Carotin, Vitamin E, Vitamin C und Folsäure.
An Mineralstoffen sind im Wirsing u. a. Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen zu finden.
Da Wirsing viele wichtige Inhaltsstoffe hat, ist er ein hochwertiges Wintergemüse.
Wirsing weist einen hohen Wasseranteil auf, bei einem sehr geringen Energiegehalt.
Nutzen Sie die hübschen, krausen Wirsingblätter doch einmal als dekorative Schalen für eine Sauce oder einen Dip. Das ist nicht nur praktisch, sondern bildet auch eine tolle Tischdekoration.

Wirsing kann bei empfindlichen Menschen Blähungen hervorrufen. Vorbeugen kann man hier, wenn man Kümmel, Anis, Fenchel oder Dillsamen mitgart.

Wirsing kann man für fast alle Weißkohlrezepte verwenden.

Wenn ein Wirsing zu groß für eine Mahlzeit ist, kann man den übrigen Teil gut einfrieren. Dazu den Wirsing und die Wirsingblätter gut waschen und kleinschneiden. Den kleingeschnittenen Wirsing in viel Wasser, die Blätter müssen schwimmen, 2 Minuten blanchieren. Den Wirsing herausnehmen und in Eiswasser schnell abkühlen lassen, dann gut abtropfen, portionieren und einfrieren.

Wirsingsorten

Eigentlich ist Wirsingkohl ein richtiges Wintergemüse. Durch die Vielfalt an Sorten: Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterwirsing kann man das ganze Jahr über Wirsing einkaufen.

Frühjahrs- und Sommerwirsing ist zarter im Blatt und heller in der Farbe und hat ein mildes und feines Kohlaroma.

Der Herbst- und Winterwirsing hat eine dunkelgrüne bis blaugrüne Farbe und ein kräftigeres Aroma. Er eignet sich besonders gut als Gemüsebeilage zu herzhaften Gerichten in der kalten Winterzeit.

Wirsinganbau

Wirsingsamen kann in den Monaten März, April und Mai ausgesät werden. Ab Mai werden die kleinen kräftigen Pflanzen vereinzelt, d. h. sie werden in Reihen ausgepflanzt. Sie wachsen etwas schneller als Weiß- und Rotkohl. Wirsing bildet je nach Sorte spitze oder runde oder abgeflachte Köpfe.

Spät- oder Wintersorten sind frosthart. Das bedeutet, dass sie auch bei -15 °C auf dem Gemüsefeld nicht verfrieren. Wirsing wird auch in den Wintermonaten geerntet. Späte Wirsingsorten sind lagerfähig.

Die Gemüseanbauer haben sich den Verbraucheransprüchen angepasst, so ist heute ein Wirsingkopf nur noch rund 500 bis 600 g schwer.