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Brombeeren

Brombeeren

Brombeeren sind Sammelfrüchte, zusammengesetzt aus vielen kleinen, saftigen Perlen.
Fälschlicherweise wird sie meist als Beere bezeichnet. Unverkennbar ist sie mit der Himbeere verwandt. Bei beiden handelt es sich im botanischen Sinne nicht um Beeren, sondern um Sammelsteinfrüchte.
Reife Früchte lösen sich beim Pflücken leicht ab und sind tiefschwarz, einige Sorten sind auch dunkelblau gereift.
Brombeeren wachsen an Wegen und Waldrändern, auf Waldlichtungen und im Gebüsch.
Es gibt unzählige Sorten, darunter niedrig kriechende und Ranksträucher, die bis zu 1,50 m hoch werden.

Brombeeren
Brombeeren schmecken aromatisch und süß-säuerlich.
Frische Brombeeren bekommt man von Juli bis Oktober. Der Schwerpunkt der Ernte liegt im August.
Reife Brombeeren erkennt man daran, dass sich die Früchte leicht vom Fruchtboden lösen lassen und sie auf Druck leicht nachgeben. Sie sind sehr empfindlich und werden daher von Hand direkt in Schalen gepflückt. Diese aufwändige Arbeit erklärt den relativ hohen Preis.
Brombeeren reifen nach dem Pflücken nicht mehr nach. Daher sollte man beim Einkauf darauf achten, nur ausgereifte und aromatisch duftende Brombeeren zu erhalten. Reife Beeren - und nur diese haben das volle Aroma - sind empfindlich und dürfen nicht gedrückt werden. Deshalb sollte man besser nur in kleinen Schalen angebotene Brombeeren kaufen. Bei zu großen Verkaufspackungen zerdrücken die oberen Beeren wegen ihres Eigengewichtes die unteren Beeren zu sehr.

Ein besonderes Aroma haben die kleineren Waldbrombeeren, die man auf den Wochenmärkten finden kann.
Auf den Obsthöfen der Region findet man in der Saison täglich frisch gepflückte Brombeeren.
Es empfiehlt sich, die Beeren möglichst zügig weiterzuverarbeiten und rasch zu verbrauchen. Überreife Brombeeren fangen leicht an zu schimmeln.
Wenn Brombeeren gelagert werden müssen, dann im Kühlschrank möglichst weit ausgebreitet und nicht länger als für einen Tag. Schon nach 1 - 2 Tagen sind die Früchte verdorben.
Brombeeren lassen sich übrigens sehr gut einfrieren. Zum Einfrieren werden die einzelnen Brombeeren auf ein Tablett gelegt und eingefroren, danach gibt man sie dann in die Gefrierdosen. Aufgetaut schmecken sie dann fast wie frisch.
Zum Waschen die Brombeeren auf ein Sieb geben, dieses einmal ins Wasser tauchen und trocken tupfen.
Brombeeren schmecken sehr gut zu Sahne, Quark und Joghurt. Quarkspeisen bekommen durch Brombeeren eine ausgefallene, bläuliche Farbe und ein fruchtiges Aroma.
Auch im Kuchen sind Brombeeren eine Delikatesse.
Ebenso lassen sich Brombeeren hervorragend zu Saft, Gelee oder Fruchtaufstrichen verarbeiten.
Brombeeren gehören in jede "rote Grütze", passen aber auch zu Milchreis oder Grießbrei.
Sehr gut kann man Brombeeren auch zu Likör und Essig weiterverarbeiten.
Wegen des herben Aromas kann man Brombeeren ebenso gut zu pikanten Gerichten reichen. Eine Brombeersauce passt gut zu Rindfleisch, Wild oder zu Entenbrust.
Brombeeren haben einen hohen Gehalt an Provitamin A, Magnesium und Eisen.
Besonders hoch ist der Gehalt an Vitamin C. Mit 100 g Brombeeren kann man fast 1/3 des täglichen Bedarfs an Vitamin C decken und so das Immunsystem stärken.
Außerdem liefern Brombeeren Ballaststoffe, die für eine gute Verdauung und Sättigung unentbehrlich sind. Zusätzlich sind sie sehr reich an Flavonoiden, die immunstimulierend wirken können.
Für die blauschwarze Farbe der Brombeeren sind Anthocyane verantwortlich, die unsere Zellen vor Alterung schützen.
Die Brombeeren werden von August bis September geerntet. Sie sind reif, wenn die Beeren bei leichtem Druck nachgeben und sich leicht vom Fruchtboden ablösen lassen. Die Früchte sollten unbedingt bei trockenem Wetter geerntet werden, da sie anderenfalls sehr schnell faulen. Triebe, die einmal Frucht getragen haben, sterben danach ab.
Sind die Früchte reif, schmecken sie sehr fruchtig und saftig, süß, herb und würzig. Die wilden Waldbrombeeren schmecken dabei wesentlich aromatischer als die Gartenbrombeeren.
Tee aus Brombeerblättern wird zum Gurgeln bei Husten und Halsschmerzen eingesetzt.
Brombeerflecken sind sehr farbintensiv und sollten deshalb direkt ausgewaschen werden. Diese Flecken an Kleidern, Geschirrtüchern etc. vor dem Waschen am besten mit Essig oder Zitronensaft behandeln.

Brombeersorten

Es sind zahlreiche Brombeersorten bekannt. Seit 1920 gibt es Neuzüchtungen, die dornenfrei sind und eine gute Ernte liefern.

"Loch Ness": eine dornenlose Brombeere mit langen Ranken, intensivem Geschmack und gutem Ertrag, ab Mitte / Ende Juli bis Mitte August erntereif, kann auch als Fächerspalier gezogen werden.

"Navaho": eine dornenlose Brombeere, wird ab Anfang August bis Ende September geerntet, geschmacklich sehr gut, feines Aroma und sehr robust.

"Theodor Reimers": eine alte Sorte, stark rankend mit Stacheln, sehr große Früchte und ein sehr intensives Aroma, ist aber etwas frostempfindlich.

Brombeeranbau

Je nach Alter und Standort werden die Brombeerbüsche 20 - 200 cm hoch.
Am besten gedeihen Brombeerbüsche in halbschattigen Wäldern und an sonnigen Hügeln. Sie wachsen in der prallen Sonne, aber auch noch im Halbschatten.
Sie wachsen besonders gut auf lockeren, nicht zu feuchten Böden und bevorzugen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Standort, besonders hinter Mauern. Einige Sorten gedeihen sogar auf sandigem Boden, wie z. B. in den Dünen an der Nordsee. Aber auch in kleinen Haus- und Wohngärten haben Brombeeren ihren Platz.
Sie werden im Frühjahr gepflanzt, dabei sollte die Bodenknospe mit Erde bedeckt sein.

Brombeeren sollten regelmäßig im Spätherbst geschnitten werden. Sie tragen immer am Zweijährigen Holz. Von den neuen Trieben werden immer nur die kräftigsten am Spalier festgebunden, der Rest wird zurückgeschnitten. Damit unter den Brombeeren nicht zu viel Unkraut wächst, kann hier Mulch aufgebracht werden.
Manche Brombeersorten sind frostanfällig, daher ist es ratsam, als Winterschutz den Wurzelstock anzuhäufen oder zu bedecken.