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Johannisbeeren

Johannisbeeren

Es gibt heute ca. 50 verschiedene Johannisbeersorten. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Wuchsform, Größe, Form der Beeren und des Geschmacks.
Johannisbeeren wachsen in Trauben oder Rispen mit bis zu 20 kleinen Beeren zusammen. Die bei uns angebotenen Johannisbeeren sind meistens rote oder schwarze Beeren. Neuerdings werden aber auch weiße Johannisbeeren angeboten.
Der Geschmack wird vor allem durch den Säuregehalt bestimmt. Schwarze Johannisbeeren haben im Rohzustand einen strengen Geruch und durch den hohen Gehalt an Gerbsäure ist der Geschmack recht herb. Die Weißen Johannisbeeren haben einen sehr milden Geschmack und sind leicht verträglich.

Johannisbeeren
Die ersten Roten Johannisbeeren sind um den Johannitag, dem 24. Juni reif. Durch die Züchtung neuerer Sorten hat sich die Ernte bis in den September verlängert.
Johannisbeeren werden in 250 g- oder 500 g-Schälchen angeboten. Beim Einkauf ist die Qualität der Ware erkennbar an der sorgfältigen Pflückweise. Die Beeren sollen leicht glänzen, eine kräftige Farbe haben, prall aussehen und müssen noch auf den Stielen sitzen. Blasse Beeren schmecken fade.
Beim Einkauf ist darauf zu achten, dass sich an den grünen Rispen kein Schimmel befindet.
Rote Johannisbeeren sollten möglichst frisch verwendet werden. Sie lassen sich im Kühlschrank bis zu 4 Tage aufbewahren.
Johannisbeeren lassen sich sehr gut einfrieren und sind dann bis zu einem Jahr haltbar. Dazu werden die Stiele entfernt und die Beeren quasi einzeln z. B. auf einem Backblech verteilt vorgefroren. Danach werden sie dann zum weiteren Gefrieren verpackt.
Rote Johannisbeeren werden mit den Stielen gewaschen. Die Beeren zupft man am besten mit einer Gabel von den Rispen.
Frisch werden sie für Torten und Obstsalate verwendet. Johannisbeeren findet man in fast jeder "roten Grütze" und Beerenfruchtaufstrichen. Sie sind aber vor allem zur Herstellung von Saft, Sirup und Gelees geeignet.
Durch den hohen Pektingehalt gelieren Fruchtaufstriche und Gelees mit Johannisbeeren besonders gut. Beim Entsaften brauchen die Beeren nicht von den Rispen gelöst werden.
Johannisbeersaft und -sirup eignen sich durch den hohen Fruchtsäuregehalt gut zum Mischen mit Mineralwasser oder auch mit Sekt.
In der herzhaften Küche eignen sich Johannisbeeren besonders gut als Zutat für Soßen zu dunklem Fleisch, z. B. zu Rind oder Wild.
Johannisbeeren sind vitaminreich und ihre Aromastoffe sowie die erfrischende Säure wirken appetitanregend und stärken das Immunsystem.
Schwarze Johannisbeeren beinhalten fünfmal so viel Vitamin C wie Rote Johannisbeeren und dreimal so viel Vitamin C wie Orangen. Deshalb wird aus Schwarzen Johannisbeeren Saft hergestellt, den man besonders in der Erkältungszeit zur Unterstützung des Immunsystems schätzt.
Außerdem enthalten Schwarze Johannisbeeren Kalium, Eisen und Gerbsäure. Ihr Gehalt an Pektinen und Ballaststoffen unterstützt die Darmtätigkeit und wirkt blutreinigend.
Rote Johannisbeeren haben zwar weniger Vitamin C als schwarze, dafür aber deutlich mehr Zitronensäure, Pektine, Apfel- und Weinsteinsäuren. Dadurch schmecken sie säuerlich, sind aber nicht so herb.
Weiße Johannisbeeren werden seltener angebaut und sind deutlich süßer.
Für die Saft- oder Geleezubereitung können die Beeren mitsamt den Stielen gekocht und ausgedrückt werden. Hier empfiehlt sich das Dampfentsaften oder der Dampfgarer.
Der in den Schwarzen Johannisbeeren enthaltene Farbstoff Anthocyan färbt sehr intensiv, entstandene Flecken gehen schlecht raus. Deshalb Vorsicht bei der Zubereitung!
Aus Schwarzen Johannisbeeren lässt sich Likör herstellen - Bestandteil von zahlreichen Mischgetränken.
Rote Johannisbeeren finden sich in Cumberlandsoße, die unter anderem zu Wildgerichten passt.

Johannisbeersorten

Bei den Roten, Schwarzen und Weißen Johannisbeeren gibt es jeweils unterschiedliche Sorten:

Rote Johannisbeeren:
"Red Lake" - mittelfrüh, "Rolan" - mittelfrüh, "Junifer" - späte Sorte, lange Trauben

Schwarze Johannisbeeren:
"Rood Knop" - mittelfrüh und wenig frostempfindlich, "Ben Sarek" - große schwarze Früchte, die im Juli geerntet werden

Weiße Johannisbeeren:
"Weiße Langtraubige" - breiter Wuchs, ab Mitte Juli eine reichliche Ernte

Johannisbeeranbau

Johannisbeersträucher stellen keine besonders hohen Ansprüche an den Boden und das Klima. Sie sind besonders winterfest, daher auch für hohe Lagen geeignet. Sie wachsen im Halbschatten, aber ertragreicher sind die Sträucher in der Sonne und in luftigen Lagen.

Neuerdings gibt es Johannisbeeren auch als Hochstämmchen, mit dichter und kompakter Krone. Sie beanspruchen zwar weniger Platz als Johannisbeersträucher, sind aber auch nicht so ertragreich und langlebig wie diese.

Gepflanzt werden die Sträucher im Herbst, da Johannisbeeren recht früh austreiben. Rote Johannisbeeren tragen am besten an zwei- bis dreijährigem Holz. Schwarze Johannisbeeren tragen bereits an einjährigem Holz. Bei Trieben die älter als 4 Jahre sind, sollte nach der Ernte im Herbst ein kräftiger Verjüngungsschnitt erfolgen. Man erkennt die alten Triebe an dem dunklen kräftigen Holz. Die jüngeren Triebe bleiben stehen und werden um ein Drittel eingekürzt.

Johannisbeersträucher werden ca. 1,50 - 1,80 Meter hoch und ca. 1,20 Meter breit. Für die nötige Bodenfeuchte sorgt eine Schicht Rindenmulch, diese schützt auch vor Unkräutern.