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Gurken

Gurken

Gurken werden als lange, dunkelgrüne Salatgurken das ganz Jahr hindurch gerne gegessen. Daneben gibt es noch die kleineren und kürzeren Einlegegurken und die seltenen Bittergurken.
Gurken sind ein sehr vielseitiges Gemüse. Es gibt sie eingelegt als saure Gurken oder Salzgurken, Gewürzgurken, Pfeffergurken, Cornichons oder Senfgurken.
Die Gurke ist ein Kürbisgewächs (Cucurbitaceae) und gehört zum Fruchtgemüse (wie der Kürbis und die Paprika auch). Fruchtgemüse bedeutet, dass sich aus der Blüte die Frucht entwickelt. Möchte man es botanisch betrachten, würde man sagen, dass die Frucht der Gurke eine fleischige Beere ist.
Je nach Gurkensorte ist die Größe und Form der Gurke sehr unterschiedlich. Es ist eine einjährige, sehr flachwurzelnde, niederliegende, kriechende Pflanze mit Ranken. Sie blüht gelb.

Die Gurke ist eine sehr alte Kulturpflanze und stammt vermutlich aus Indien oder aus Afrika. Im Mittelalter wurde sie erstmalig in Europa in der Lausitz angebaut. Heute wird sie in der ganzen Welt gegessen.
Bei uns in NRW werden Gurken schwerpunktmäßig im Münsterland und im Rheinland angebaut. In Deutschland werden sie zudem verstärkt in Brandenburg und in Süddeutschland kultiviert.

Gurken
Für einen Gurkensalat rechnet man 200 g Gurke pro Person. Eine Salatgurke reicht für 2 - 3 Personen. Frische Gurken haben eine feste, dunkelgrüne Schale.
Ihre heimische Erntezeit läuft von Juni bis Oktober.
Gurken sind sehr kälteempfindlich. Sie sollten nicht unter 7 °C gelagert werden. Wenn sie zu kalt liegen, werden sie weich und bekommen wässrige Stellen.
Am besten legt man sie ins Gemüsefach des Kühlschranks. Hier können sie bis zu einer Woche gelagert werden.
Wenn Gurken vergilben, sind sie hingegen zu warm gelagert worden. Das passiert auch, wenn man sie zusammen mit Äpfeln und Tomaten lagert. Daher getrennt lagern.
Die heutigen Gurkensorten haben fast keine bitteren Stellen mehr. Lediglich im Stielansatz ist noch etwas Bittergeschmack enthalten. Hier einfach eine Geschmacksprobe durchführen und ggf. die Stelle wegschneiden.
Bei grober oder warziger Schale muss man Gurken gründlich waschen.
Gurken kann man auch mit Schale essen, denn Einlegegurken und junge Salatgurken braucht man nicht zu schälen. Wenn man sie schälen will, werden sie von oben zum Stiel nach unten geschält.

Für einen Gurkensalat werden die geschnittenen Gurken nicht mehr - so wie früher oft üblich - gesalzen. Dabei würden die wertvollen Mineralstoffe herausgelöst. Vorteilhaft ist es, Gurken wie jedes andere Gemüse zu würzen.
Mit ihrem neutralen Geschmack lassen sich Schlangen- und Schmorgurken in der Küche vielfältig verarbeiten. Man kann sie roh als Salat, gedünstet als Gemüsebeilage oder mit einer Hackfleischfüllung im Ofen überbacken.
Schmorgurken schmecken besonders gut, wenn sie sehr reif sind und ihre Schale schon gelb ist. Einlegegurken sind als würzige Zutat für Salate, Beilage zum Butterbrot, Füllung für Rouladen oder als Partydekoration unentbehrlich und sehr beliebt.

Zu Gurken passen die Kräuter Borretsch und Dill besonders gut. Im Gurkensalat dürfen es auch einmal scharfe Gewürze wie Knoblauch und Chili sein, um den milden Gurkengeschmack zu ergänzen. Auch Schmorgurken vertragen kräftige Gewürze wie Senf, Kümmel, Ingwer oder Curry.
An Vitaminen weisen Gurken ß-Carotin (Vorstufe Vitamin A), Vitamin E, Vitamin C und Folsäure auf.
Unter den Mineralstoffen finden sich u. a. Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen wieder.
Gurken gehören zu den wasserreichsten Gemüsearten (97 %). Damit sind sie sehr kalorienarm. Gurken sind reich an Mineralstoffen und sie enthalten Fruchtsäuren, die erfrischend und harntreibend wirken. Aus diesem Grund sind Gurken für eine energiearme Ernährung sehr geeignet.
Kinder lieben dieses unkomplizierte Gemüse. Für das Pausenbrot in der Schule sind Gurken sehr geeignet, auch weil die Farbe erhalten bleibt und die Schnittstellen sich nicht verfärben.
Auch zum Knabbern und für Zwischendurch sind Gurkenstifte eine gesunde Nascherei für Groß und Klein.

Gurken kann man gut selber einlegen. Tipp: Kaufen Sie gewaschene Gurken vom Gemüsehof ein und legen diese selber nach eigenem Rezept oder Omas Rezept ein. Achten Sie dabei darauf, die Gewürze oben aufzulegen, statt sie unterzumischen. So kann man, wenn man das Glas öffnet, die Gewürze oben abnehmen und anschließend die Gurken einfach heraus nehmen.
Den Gurkensud von selbst eingelegten Gurken oder aus dem Hofladen kann man wie die Essigzutat für Salatsoßen verwenden. Er schmeckt besonders gut im Kartoffelsalat.

Frischer Gurkensaft enthält einen Wirkstoff, der die Durchblutung der Haut fördert und deswegen in der Kosmetik gerne verwendet wird. Gerötete und angeschwollene Augenlider kann man durch Auflegen von frischen, kühlen Gurkenscheiben beruhigen.

Gurkensorten

Die Einlegegurke wird im Freiland angebaut. Die Pflanze wächst kriechend über den Boden.
Sie wird klein als Cornichon (so groß wie ein kleiner Finger), als Einlege- oder Schmorgurke bis 14 cm lang oder dick und gelb als Schälgurke geerntet.

Die Salat- oder Treibgurke ist genauso eine Pflanze wie die Einlegegurke. Sie wächst nicht im Freiland, sondern wird im Treibhaus oder Gewächshaus an Bändern in die Höhe geleitet. Der große Vorteil ist, dass man die Gurken so viel besser ernähren und ernten kann.
Die Salat- oder Treibgurke wird das ganze Jahr über als die klassische Salatgurke angeboten. Die Salatgurke wird im Gewächshaus angebaut, da sie sehr frostempfindlich und sehr wärmebedürftig ist. Ab Juni kann man die ersten Salatgurken aus hiesigem Anbau einkaufen.

Die Bittergurke wird selten angeboten. Die Früchte sind 10 - 40 cm lang und haben eine raue, kieselige Oberfläche aus glatten Warzen. Die Blätter und die jungen Triebe isst man gegart genauso wie Spinat. Die Früchte, sofern sie noch unreif sind, werden halbiert und gegart. Sie schmecken leicht bitter. Die reifen Früchte sehen sehr dekorativ aus.

Gurkenanbau

Für Gurken ist ein humusreicher und leicht erwärmbarer Boden vorteilhaft. Der Boden sollte ein gutes Wasserhaltevermögen haben, da die Gurkenpflanzen sehr stark wachsen. Sie gedeihen besonders gut bei feuchter Wärme.
Gurkensamen kann man ab April direkt in den Boden säen. Bedeckt man das Beet mit Vlies, schützt man so die Pflanze vor Wind. Die Kulturdauer beträgt 60-80 Tage.
Gurken vom Freiland werden von Juni bis September geerntet. Man pflückt sie zwei bis dreimal in der Woche.
Für die Boden- und Pflanzengesundheit sollte man eine 3-4 jährige Anbaupause einhalten. Beim Anbau von Salatgurken ist Stallmist sehr geeignet.