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Pastinaken

Pastinaken

Die Pastinake wird auch als Gartenpatinak, Pasterna, Moorwurzel, Hirsch- oder Hammelsmöhre bezeichnet.
Die Pastinake ist eine weiß-bräunliche bis gelblich-bräunliche, nach unten zugespitzte Rübe. Sie ist etwa so groß wie eine Wintermöhre und sieht ähnlich aus wie Wurzelpetersilie. Im Unterschied zur Wurzelpetersilie hat die Pastinake oben einen ausgeprägten Rand.

Sie gehört zu den Wurzelgemüsen und wird im Haushalt als Salat- und Suppengemüse sowie als Gemüsebeilage verwendet. In Fertigprodukten ist sie als Suppengewürz enthalten. Die Pastinake ist ein Wintergemüse und schmeckt angenehm würzig und süßlich.

Pastinaken gehören wie die Möhre und die Petersilie zu der Familie der Doldenblütler. Sie ist eine zweijährige Pflanze. Wenn sie nicht geerntet würde, würde die Pflanze im zweiten Jahr mit einer gelben Dolde, die bis zu 1,20 m hoch wachsen kann, blühen. Die Rübe wird aus der Wurzel der Pflanze gebildet.

Die Wildform der Pastinake wächst heute noch in Europa und Asien.
Früher war die Pastinake ein wichtiges Grundnahrungsmittel, weil sie einen hohen Stärke- und Zuckergehalt hatte und leicht im Anbau und in der Lagerung war.
Mit dem Trend hin zur regionalen Küche bekommt auch die Pastinake wieder mehr Aufmerksamkeit.
Sie wird hauptsächlich in Norddeutschland angebaut. Die Haupterntesaison dieses Wintergemüses beginnt im Oktober und endet meist beim ersten Frost. Die Wurzeln werden eingelagert. So kann man wetterunabhängig Pastinaken zum Kauf anbieten.

Pastinaken
Direkt vom Feld oder aus dem Winterlager sind Pastinaken von Oktober bis ins Frühjahr erhältlich.
Für eine Mahlzeit rechnet man 125 g geputzte Pastinaken pro Person.
Eine Pastinake kann von 100 g bis 1,2 kg schwer sein.
Pastinaken kann man gut an Gemüseständen auf dem Wochenmarkt, im Lebensmittelhandel oder im Hofladen einkaufen. Pastinaken sollten beim Kauf fest und unverletzt sein.
Frisch eingekaufte gewaschene Pastinaken halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche lang frisch.
Pastinaken kann man auch gut einfrieren. Dazu werden sie blanchiert und portioniert tiefgefroren. So kann man sie ca. 7 Monate lang einlagern.
Frisch geerntete ungewaschene Pastinaken kann man in einem Behälter mit Sand einlagern. Auch in einer Erdmiete oder im Keller in einem Sandeinschlag können Pastinaken frisch gehalten werden.
Die Pastinaken werden gewaschen und geschält. Dazu ist ein Sparschäler sehr hilfreich, mit dem vom breiten Blattansatz bis zum dünnen Wurzelende geschält wird. Mit einem scharfen Schälmesser werden die Enden abgeschnitten.
Je nachdem, was man zubereiten möchte, wird die Rübe anschließend gewürfelt, in Scheiben oder in Streifen geschnitten.

Pastinaken haben einen kräftigen Geschmack, der an Möhren und Petersilie erinnert und sind vielseitig einsetzbar. Man kann sie gut für die Zubereitung von deftigen Gerichten verwenden. Als gedünstete Gemüsebeilage alleine - oder gemischt mit anderen Gemüsesorten - schmeckt sie sehr delikat.
Ganz besonders gut eignen sich Pastinaken auch als Suppengemüse.
Ebenso sind sie eine leckere Zutat in Rohkostsalaten zusammen mit Möhren, Äpfeln, Sellerie und Nüssen.
In Pastinaken sind bei den Vitaminen u. a. ß-Carotin, Vitamin E, Vitamin C und Folsäure vertreten.
An Mineralstoffen sind u. a. Natrium, besonders reichlich Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen enthalten.
Die Pastinake hat einen etwas höheren Nährwert als die Möhre, schmeckt süßlich und enthält wenig Nitrat. Aus diesem Grund wird sie gerne als Gemüse für kleine Kinder zubereitet.
Der Geschmack der Pastinake wird von den enthaltenen ätherischen Ölen mitbestimmt. In Pastinaken ist Inulin enthalten, das für Diabetiker sehr verträglich ist. Pastinaken wirken harntreibend und appetitanregend.
Mit den Blättern der Pastinake kann man sehr gut würzen. Sie haben einen würzigen und manchmal herben Geschmack. Die jungen Blätter kann man frisch, wie die von Petersilie verwenden.

Besonders gut schmeckt die Pastinake nach dem ersten Frost. Dann entwickelt sie ihr Aroma und die Wurzel schmeckt süßlicher.

Um Babykost selber herzustellen, kocht man Pastinaken zusammen mit Kartoffeln und stampft das Gemüse. Man könnte es mit etwas Butter oder Sahne abrunden.

Bei starker Sonneneinstrahlung kann es vorkommen, dass beim Anfassen von Pastinakenblätter die Haut empfindlich reagiert. Das ist eine phototoxische Reaktion, die Jucken oder einen Ausschlag verursacht. Daher an sonnigen Tagen Pastinaken mit Handschuhen ernten.

Pastinakensorten

Das Angebot an Saatgut für den Hausgarten ist beschränkt. Es gibt nur wenige Sorten.

"White King" kennzeichnet sich durch die Ausbildung kürzerer Wurzeln.
"Halblang Weiße" ist eine bewährte Standardsorte.

Pastinakenanbau

Pastinaken kann man im Hausgarten gut anbauen. Sie haben ähnliche Ansprüche an das Klima und an den Boden wie die Möhre. Sie wachsen gut in lehmigen und tiefgründigen Humusböden. Sie haben einen mittleren Nährstoffbedarf.

Pastinaken werden wie auch Möhren und Schwarzwurzeln ab Ende März bis spätestens Ende April an Ort und Stelle ausgesät. Wenn die aufgegangenen Pflanzen zu dicht stehen, muss man sie in der Reihe auf 10 - 15 cm vereinzeln.
Die Ernte beginnt im Oktober. Pastinaken sind winterhart. Durch den Frost werden sie im Geschmack noch süßer. Daher kann man sie bis ins Frühjahr hinein ernten.