LANDSERVICE-WISSEN

Das Wissensportal von www.landservice-nrw.de rund um regionale Lebensmittel und regionale Landwirtschaft.


Platenkuchen
Platenkuchen

Platenkuchen

Den Begriff Platenkuchen (gesprochen mit einem langem aa) kennen viele Menschen auf dem Land. Das Wort "Plate" ist das plattdeutsche Wort für Platte oder flaches Blech. So meint der Platenkuchen einen Kuchen, der auf einem flachen, eckigen Blech (im Gegensatz zur runden Tortenform) gebacken wird.

Früher

Viele Menschen, die das Wort Platenkuchen hören, werden vielleicht sofort an frisch gebackenen Hefeteig denken. In den 1960er und 1970er Jahren, als noch regelmäßig zum Wochenende in den Familien gebacken wurde, war der Platenkuchen der typische Samstagskuchen. Davor, in den Jahren nach dem Krieg, wurde der Platenkuchen für den Sonntag gebacken. Alle freuten sich sehr auf den duftenden Kuchen, weil es an den Werktagen in der Woche meist keinen Kuchen gab.

Die Platen oder Backbleche waren früher für die Kohleherde viel größer als heute. Das mussten sie auch sein, denn die Familien mit mehreren Kindern und den Angestellten für Haushalt und Landwirtschaft waren schon mal 10 oder noch mehr Personen groß. Es wurde gerne der preisgünstige Hefeteig verwendet. Mit Streuseln oder Butterflöckchen war schnell und einfach ein Kuchen für die ganze Mannschaft gebacken.

Im Frühjahr konnte man ihn mit frischem Rhabarber, im Sommer mit Beeren, Mirabellen, Pflaumen und viele Monate im Jahr mit Äpfeln aus dem eigenen Garten belegen. Im Winter, meist nach Weihnachten, wenn kein frisches Obst mehr vorhanden war, wurde er mit Apfelmus oder Pflaumenmus gebacken. Der Kuchen mit Pflaumenmus erhielt dann ein Gitter, das mit Hagelzucker bestreut wurde. Obwohl es oft Platenkuchen gab, war er sehr beliebt und alle aßen ihn gerne. Das meistens Hefeteig zubereitet wurde, lag daran, dass Hefe durch das Brotbacken, zur Verfügung stand. Auch ging es den Frauen gut von der Hand, weil sie viel Übung darin hatten.

Platenkuchen ist und war ein praktischer Kuchen, wenn z. B. die Arbeitskräfte auf dem Feld mit Essen versorgt werden mussten. Er ist genauso schnell zu machen, wie viele Brote zu belegen und zu verpacken. Alle Personen freuten sich über die Pause von der Feldarbeit und über den Kuchen. Da machte die Arbeit dann wieder mehr Freude.

Heute

Aus ganz vielen Kuchen- und Tortenrezepten und den verschiedensten Teigen kann man Platenkuchen backen. Platenkuchen bedeutet ja nur, dass der Kuchen (meist als doppeltes Rezept, doppelte Menge) auf einem eckigen Blech hergestellt wird. Meist ist mit einem Platenkuchen allerding ein Hefeteig mit Streuseln, ein Bienenstich oder ein Obstkuchen, belegt mit Pflaumen oder Äpfeln, gemeint. Als Teige für den Platenkuchen werden oft Mürbeteig, Rührteig oder Quarkölteig verwendet. Sie alle lassen sich sehr einfach herstellen und gelingen sicher.